Regisseur Matthias Kiefersauer zu Besuch im P-Seminar „Theater“ der Q12

KiefersauerklEin Filmteam ist wie „eine große Maschine“

Am 23.01.2018 bekamen wir, das P-Seminar „Theater“ unter der Leitung von Frau Oguntke, Besuch von dem berühmten deutschen Filmregisseur, Drehbuchautor und Kolumnisten Matthias Kiefersauer. Er erzählte uns dabei, wie er auf kleineren Umwegen zum Spielfilmregisseur wurde, und brachte uns die verschiedenen Aufgaben in einem Filmteam näher.

Indem wir im Rahmen dieses P-Seminars mit Schülerinnen und Schülern der 5. Jahrgangsstufe selbst ein Musical („Ich suche einen Freund“ von Martin Georg Lange und Armin Kandel) erfolgreich auf die Beine gestellt sowie mehrere Ausflüge in das Münchner Residenztheater und das Münchner Volkstheater unternommen hatten, erhielten wir einen tollen und tiefgründigen Einblick in die Berufswelt des Theaters. In der heutigen Zeit gibt es jedoch beim Schauspiel nicht nur das Theater, sondern auch den Film. Gerade die jüngere Generation findet sich oftmals eher in der „moderneren“ Filmszenerie wieder.

Wenn man an ein Filmteam denkt, stellt man sich oft viele Menschen vor, die nichts tuend herumstehen und viel Platz einnehmen. Dies entspricht natürlich nicht generell der Realität, jedoch kann es ab und zu durchaus zu solchen Momenten kommen. Wie M. Kiefersauer uns erklärte, ist ein Filmteam wie „eine große Maschine“, in der „viele Rädchen ineinandergreifen müssen“. Wenn nun eines dieser Rädchen nicht funktioniert, hat dies Auswirkungen auf die ganze Produktion. Die Arbeit kann man allgemein in zwei große Bereiche unterteilen: die Organisationsarbeit, in die sich unter anderem die Berufe der Aufnahme- oder Produktionsleitung einordnen lassen, und die Kreativarbeit wie z. B. Regie, Kamera, Kostüm, aber auch Schnitt und Ton.

Außerdem erzählte uns M. Kiefersauer, dass es keinen typischen beruflichen Werdegang in diese Branche gibt. In seiner Arbeit trifft er auf die verschiedensten Leute mit den unterschiedlichsten eigentlich ergriffenen Berufen oder Ausbildungen, wie z.B. Landschaftsarchitekten oder Buchhändler. Besonders beeindruckt hat mich, dass er sich in allen Bereichen sehr gut auskennt, wirklich jeden Beruf respektiert und die Arbeit der anderen schätzt.

Durch seine Anekdoten und Geschichten konnten wir uns den Ablauf am Set gut vorstellen. Auch wurde uns bewusst, wie viel Arbeit, aber auch Fiktion in einem Film steckt. Eine Geschichte, welche mich wirklich erstaunt hat, fand bei einem Filmdreh in Bad Tölz statt. Ein Anwohner, genervt durch die ständige „Filmerei“, begann aus Trotz Holz mit der Kettensäge zu zerkleinern. Dieses laute Geräusch störte jedoch die Filmaufnahmen. Nachdem der Lärm-Verantwortliche aufgespürt war, wurde ihm ein tatkräftiger Praktikant zur Verfügung gestellt, der per Headset mit dem Filmset verbunden war. So wurde vereinbart, dass er nur in den Umbaupausen sägen durfte und ihm während dieser Zeit der Praktikant tatkräftig zur Seite stand. Durch die zusätzliche Hand schaffte er sein Holzpensum ohne dabei die Aufnahmen zu stören.

Insgesamt hat mir der Vortrag sehr gefallen, da Herr Kiefersauer diesen mithilfe seiner Erlebnisse interessant gestaltete und auch auf alle unsere Fragen eine zufriedenstellende Antwort hatte. Ich denke, dass diese Aktion eine super Idee war, um etwas über den Tellerrand des „normalen“ Theaters hinauszuschauen, und einige von uns vielleicht angeregt hat, sich in diesem Bereich eine Zukunft vorzustellen!

(Verena Demler, P-Seminar „Theater“ der Q12)