„Magic City“ und „Supermodels“: Exkursion des Additum Kunst

Magic-City1 klein An einem der ersten sehr heißen Frühsommertage unternahm das Q11-Additum Kunst mit ihrem Kursleiter Herrn Dr. Grath eine ganztägige Exkursion nach München. Die beiden geplanten Stationen waren zum einen die Ausstellung „Magic City“ in der Kleinen Olympiahalle und zum anderen die Ausstellung „From Fashion to Reality“ des Fotografen Peter Lindbergh in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung.

Für die Ausstellung „Magic City“ haben 66 Street-Art-Künstlerinnen und -Künstler aus 20 Ländern die 2.500 Quadratmeter der Kleinen Olympiahalle in eine wahrlich magische Stadt verwandelt. Die Bandbreite der gezeigten Arbeiten, die großteils eigens für die Ausstellung angefertigt wurden, ist sehr groß. Sie reicht von klassischen Graffitis über meterhohe und -breite Wandarbeiten mit z.T. verblüffenden dreidimensionalen Illusionen bis hin zu Objekten und installativen Arbeiten, die sich mit aktuellen politischen Themen auseinandersetzen. Die Präsentationen beginnen mit einer kleinen fotografischen Dokumentation des Ursprungs des „Taggings“ mit dem legendären Schriftzug des Botenjungen „TAKI 183“, der im New York der frühen 1970er Jahre viele Nachahmer fand, und enden bei einer meterlangen plastischen Installation eines Bootes, das offensichtlich zerbombte Häuser trägt. Für genaue Beobachter der ausgestellten Arbeiten ist sogar eine kleine Originalarbeit des geheimnisumwittertern Künstlers Banksy zu entdecken, des aktuell auf dem Kunstmarkt wohl am höchsten gehandelten Vertreters der Street-Art. Der Begriff „Street-Art“ umfasst verschiedene Formen der Kunst im öffentlichen Raum und geht somit weit über das allgemein zunächst mit „Street-Art“ assoziierte „Tagging“, das Hinterlassen von gesprayten Namensschriftzügen, hinaus. Die wenig museale Präsentation der Ausstellung kommt mit all ihrer Lebendigkeit gerade jüngeren Besuchern sehr entgegen.

Als zweite Station besuchten die Schülerinnen und Schüler die Ausstellung „From Fashion to Reality“ des Fotografen Peter Lindbergh in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Die Ausstellung zeigt vorwiegend überlebensgroße Schwarz-Weiß-Fotografien, daneben aber auch verschiedene Objekte wie Abzüge, Filme, Requisiten oder Notizen. Lindbergh erlangte weltweite Berühmtheit, da er mit seinen einfühlsamen Portraitaufnahmen in den 90er Jahren die gesamte Modefotografie revolutionierte und darüber hinaus mit seinem Titelbild der britischen Vogue vom Januar 1990 – hier brachte er erstmals Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Christy Turlington und Cindy Crawford auf einem Bild zusammen – die Zeit der so genannten „Supermodels“ einläutete. Lindbergh setzte im Gegensatz zu der vorhergehenden Dekade auf ein natürliches Styling seiner Modelle und widersetzte sich digitaler Retusche. Für ihn steht immer der persönliche Charakter und die individuellen Besonderheiten seiner Darsteller im Vordergrund: „Darin sollte heute die Verantwortung der Fotografen liegen: Frauen und letztlich jedermann vom Terror des Jugend- und Perfektionswahns zu erlösen.“

J. Grath

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