Schüler führen Schüler durch die Olympia-Ausstellung

Nicht genug Aufmerksamkeit erhält die Ausstellung „Die Kehrseite der Medaille“, die seit 2013 dauerhaft im Olympia-Skistadion zu sehen ist – und das obwohl täglich Hunderte von Touristen das Skistadion ansteuern, wenn sie Garmisch-Partenkirchen besichtigen wollen.
Doch nicht nur Touristen, auch Einheimische kennen diese sehenswerte Ausstellung häufig nicht. Um mehr Interesse zu wecken, hat sich im vergangenen Schuljahr 2014/15 eine Gruppe von 10 Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe am Werdenfels-Gymnasium zusammengefunden, um unter Anleitung ihrer Projektlehrkräfte Christine Riesenhuber und Dr. Stefan Strutz und mit finanzieller Unterstützung durch das Schulprogramm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein Konzept zu entwickeln, das Jugendlichen einen attraktiven Zugang durch die Ausstellung eröffnet.


Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zwei Wege schlagen die SchülerInnen vor, wie sich die Ausstellung besser erleben lässt. Zum einen wurde mit Hilfe der App „Actionbound“ eine virtuelle Schnitzeljagd durch die Ausstellungsräume und das Skistadion selbst gelegt. Dabei müssen die Teilnehmer Fragen beantworten, Bilder und Videos hochladen, GPS-Punkte suchen, Audiobeiträge anhören … – so sammeln sie Punkte und erfahren gleichzeitig eine Menge über die Olympischen Spiele 1936 in all ihren Facetten.
Zum anderen besteht die Möglichkeit, in Kleingruppen die Ausstellung besser erfahrbar zu machen. Dabei konzentrieren sich die SchülerInnen auf Einzelaspekte der Ausstellung, wie z. B. die sportlichen Erfolge, die Organisation der Olympischen Spiele oder auch die dafür geschaffenen Bauten in Garmisch-Partenkirchen. In einer Kiste, die sowohl in der Ausstellung als auch am Werdenfels-Gymnasium kostenlos ausgeliehen werden kann, befinden sich Arbeitsanweisungen und Materialien, mit deren Hilfe sie einen Vortrag für ihre Mitschüler vorbereiten. Statt eine klassische Führung durch einen Fachmann zu erleben, können sich die Jugendlichen die Ausstellung gegenseitig vorstellen – und gegenseitig hören sie sich erfahrungsgemäß besser zu.
So kann man nur hoffen, dass dieses innovative Angebot, das nicht nur für Jugendliche, sondern durchaus auch für Erwachsene interessant ist, dazu führt, dass die für die Geschichte Garmisch-Partenkirchens bedeutende Ausstellung bald einen breiteren Zuspruch durch Einheimische und Touristen erfährt.

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