EUROVISION 1914 - Schülerkonvent in Oberhausen

OH 1 smallVon den Schattenseiten bis zur Aussöhnung

„Jugend im Ersten Weltkrieg“ – so lautet der Titel des Projektes, unter dem sich die jeweils 18 deutschen und französischen Jugendlichen dem Ersten Weltkrieg gewidmet haben. Gemeinsam mit den Lehrkräften Stefan Bues, Karin Lampl und Frederic Rouselle haben die 14- und 15-Jährigen Gedenkstätten in Deutschland und Frankreich besucht und untersucht, wie der Kriegsausbruch 1914 das Leben ihrer Altersgenossen beeinflusste. Fronterfahrungen von Jugendlichen sowie der Alltag zu Hause und in der Schule standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie zeitgenössische Propaganda und die damit verbundene Entwicklung von Feindbildern. Zentral waren jedoch nicht nur die Schattenseiten der deutsch-französischen Beziehungen, denn die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich auch mit der Aussöhnung beider Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg. Entstanden ist schließlich eine gemeinsame Ausstellung, die mit vielen Exponaten von Sturmgewehr über Pickelhaube bis zu Alltagsgegenständen, Lebensmittelkarten und Schulbücher die Zeit rund um 1914 abbildet, die im März 2014 in Lille und im Mai 2014 in Garmisch-Partenkirchen der interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Dieses Projekt war OH 3 smallso erfolgreich, dass es auch überregional Aufmerksamkeit erregt hat. So durften vier Schüler aus Lille und Garmisch-Partenkirchen ihre konzipierte Ausstellung beim internationalen Schülerkonvent „EUROVISION 1914“ im Industriemuseum Oberhausen/NRW vorstellen, das der Landschaftsverband Rheinland (LVR) organisiert hat.

Die zweitägige Tagung unternahm den Versuch einer Zwischenbilanz zu den erinnerungs-kulturellen Angeboten und Veranstaltungen des Gedenkjahres 2014. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen europäischen Ländern wurden dabei um ihre Mitwirkung gebeten. Das Herzstück der Tagung bildete ein internationaler Schülerkonvent. Gemeinsam mit ihren Lehrern stellten Schülerinnen und Schüler aus fünf Nationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Rumänien) ihre Klassen- oder Schulprojekte zum Ersten Weltkrieg, seinen Ursachen und Folgen vor.

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Während der zweitägigen Tagung konnten die ca. 50 Teilnehmer ihre Projekte gegenseitig präsentieren und in gemeinsamen Workshops das Thema „1. Weltkrieg“ vertiefen, unter anderem hatten die Jugendlichen Gelegenheit ein Comic zu gestalten.

Die Ergebnisse und der Ablauf des Projektes können auch eingesehen werden auf: http://lewebpedagogique.com/werdozan

 

Es istOH 2 small ein Beispiel für eine gelebte deutsch-französische Partnerschaft, dass sich Jugendliche aus beiden Ländern diesem Tiefpunkt der Beziehungen dieser Kulturvölker widmen. Die gemeinsame Erinnerung an die dunklen Stunden dieser Beziehung ist ein wichtiger Baustein für eine gemeinsame und gelebte europäische Identität innerhalb der Europäischen Union!“ (Stefan Bues) Von der Academié de Lille wurde das Projekt zudem ausgezeichnet. Nun durften die SchülerInnen auch noch am internationalen Schülerkonvent in Oberhausen mitwirken.

Das Ziel des Projektes ist nicht nur die Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, sondern auch das Bewusstsein der Jugendlichen zu schärfen, das die Entwicklung und Festigung der deutsch-französischen Freundschaft in einem gemeinsamen „europäischen Haus“ keine Selbstverständlichkeit darstellt und diese Beziehungen auch von den Menschen gelebt werden müssen.

 

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