Holocaust Gedenktag 2015

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Seit nunmehr über zehn Jahren organisiert die Fachschaft Geschichte für die 9. Jahrgangsstufe den „Holocaust-Gedenktag“, an dem die Jugendlichen sich in verschiedener Art und Weise mit dem Thema „Nationalsozialismus“ und den damit verbundenen Verbrechen während des Dritten Reiches auseinandersetzen. Anlass ist der 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die „Rote Armee“.

 

Dieses Mal lud die Fachschaft Geschichte für die SchülerInnen einen Überlebenden ein, der als kleiner Junge nur knapp den NS-Schergen entkommen konnte. Mit Hilfe des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) und der Referentin Birgit Mair konnte der Zeitzeuge Siegfried Heilig (geb. 1934) gewonnen werden, um den Jugendlichen von den Erlebnissen seiner Kindheit zu erzählen. Herr Heilig ist in Magdeburg aufgewachsen und gehört der Gruppe der Sinti und Roma an. Im Jahre 1943 sollten er und seine Familie nach Auschwitz deportiert werden. Dank der Courage der Großmutter entging die Familie nur knapp den Beamten der Gestapo. Teils in Wäldern, teils bei Bauern versteckt konnten Siegfried, seine beiden Brüder und die Eltern zwei Jahre lang bis Kriegsende 1945 unbemerkt überleben.

 

Siegfried Heilig erzählte von dieser für ihn so schrecklichen Kindheit und wurde mehrere Male von den Erinnerungen emotional überwältigt, so dass die SchülerInnen tief beeindruckt den Worten des Überlebenden lauschten. Frau Mair lieferte die für das Verständnis der Sinti und Roma notwendigen Hintergrundinformationen sowie persönliche Dokumente in Wort und Bild, die den Leidensweg dieser Familie während der NS-Herrschaft dokumentierten.

 

Stefan Bues, OStR