Exkursion zum Akademientag am 24.11.2014 nach München

Exkursion 15 sWasser- Lebensgrundlage und Konfliktstoff

Am Montag den 24.11.14 fuhr ein Teil der Q12 mit Herrn Neumann zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung über Wasser in die Akademie der Wissenschaften nach München, um sich in interaktiven Präsentationen, Schülerworkshops und Vorträgen näher mit dem Thema Wasser auseinander zu setzten.

Noch während der Fahrt nach München, gab uns Herr Neumann einen Überblick über die verschiedenen Themenbereiche, die dort von Wissenschaftlern vorgetragen wurden. Nach einer kurzen Stärkung ging es dann direkt Richtung Residenz, in der die Akademie der Wissenschaft gelegen ist. Los ging es dann um 10 Uhr mit der dort aufgebauten Projektstraße. In dieser präsentierten die acht deutschen Wissenschaftsakademien verschiedenste Forschungsprojekte zum Thema Wasser.

Mit zwei von diesen Projekten setzten wir uns genauer auseinander. Als erstes begaben wir uns zu einer Ausstellung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, an der man sich mit dem Thema Hochwasserschutzmaßnahmen auseinander setzte. Der dortige Professor gab uns einen Überblick darüber, dass Hochwasserschutzmaßnahmen oft mit Widerstand aus der Bevölkerung verknüpft sind. Um eine Konfliktlösung zu finden entwickelte diese Akademie ein Programm, das den Standpunkt durch Befragung auf wissenschaftlicher Ebene darstellt und sich somit die Einstellung gegenüber eines Projektes in Zahlen fassen lässt. Dieses Programm durften wir auch an einem fiktiven Beispiel testen.

Die nächste Station die wir in der Projektstraße besuchten, war die der Sächsischen Akademie. Diese stellten die Wichtigkeit von Talsperren für die Trinkwasserversorgung am Beispiel der Stadt Chemnitz und die Folgen der Wasserverschmutzung dar. Aufgrund der langjährigen Forschung stellte sich heraus, dass sich Talsperren besonders gut für gewässerökologische Grundlagenforschung eignen. Aufgrund ihres großen Einzugsgebietes und der kürzeren Verweilzeit des Wassers, reagieren diese sensibler und schneller auf Einflüsse. Desweiteren wurden uns in einem großen Aquarium verschiedene Muscheln und Krebse aus unseren heimischen Flüssen vorgestellt und die Problematik des Rückgangs der Biodiversität durch invasive Arten (z.B. durch den kanadischen Signalkrebs) diskutiert.

Im Anschluss begann ein interessanter Workshop über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher, indem wir anhand des Vernagtferner das Schmelzen quasi betrachten konnten, da hier seit über 150 Jahren der Gletscher genau beobachtet wurde. Es wurde uns einiges über die besonderen Eigenschaften von Gletschern und Gletschereis gezeigt und die These aufgestellt, dass bei völligem Abschmelzen der Gletscher es zu einem Trinkwasserengpass in bestimmten Gebieten kommen könnte, weil der Gletscher nichtmehr als Wasserspeicher dient.

Nach einem zünftigem Mittagessen und der Begrüßung u.a. durch Dr. Ludwig Spaenle folgte der Grundsatzvortrag Herausforderungen im Wasser- und Gewässermanagement des 21. Jahrhunderts durch Prof. Dr. Jürgen Geist von der TUM. Danach begannen nun viele verschiedene Vorträge, von denen wir uns den Bereich Wasser, Wirtschaft und Recht heraussuchten. Angefangen mit einem Vortrag darüber, dass wir uns das Wasser selbst abgraben durch Verschmutzung, Überbevölkerung und unbewussten Umgang mit dem Gut Wasser, endeten die Vorträge damit, dass Wasser ein allgemeines Gut ist, jeder ein Recht darauf hat und das Wasser fairer verteilt werden sollte.

Auch Sport kam an diesem Tag nicht zu kurz, als wir nach Beendigung des Vortrages einen 10minütigen Sprint zum Hauptbahnhof hinlegten, um den Zug nicht zu verpassen.

Am Ende kann man sagen, es war ein interessanter Tag, der einen zum Nachdenken anregte, um mehr über den (eigenen) Umgang mit Wasser nachzudenken.

Michael Stadler, Emanuel Wiediger Q12