[stʌdaɪɪŋ] - Erfolg des Theater-P-Seminars (Q12)

2016 studyin s„Die Flucht ist einfacher“, schreibt Jonathan (dargestellt von Felix Brandelik) in seinem Abschiedsbrief an Ben (Christian König), nachdem er gescheitert ist an der Frage, wofür er lernt, wonach er strebt, was er sucht und wer er eigentlich ist. Trotzdem weiß er, dass es „ein falscher Ausweg“ ist und dass er, so wie auch sein Freund Ben, eine Antwort auf seine Fragen hätte finden können, wenn er mutiger gewesen wäre und ein Umfeld gehabt hätte, das ihn unterstützt in seiner Suche bzw. ihm die Freiheiten gewährt, die er so dringend braucht. Aber die Gesellschaft in ihrer Fokussierung auf Wettkampf und Geld und Ruhm, auf „Besser, immer besser sein“, so wie es die Erzählerin Emma (Evi Hümmer) thematisiert, sei zu bequem, den jungen Leuten das Ausscheren zu erlauben: „Komplexe Probleme verderben einem die schöne Aussicht.“
Es sind die leisen Töne, die nach diesen Theaterabenden bleiben, an denen das P-Seminar mit seinem selbst verfassten und inszenierten Stück das Publikum mit einer Menge Fragen entließ, manch einen unter Tränen nach einem Ende, das kein Happy End bieten konnte.

Es waren berührende Theater-Abende, insbesondere durch die Nähe des Publikums zu den Akteuren im hauseigenen Kollegstufenraum, durch das Miterleben der Gespräche im Treppenhaus, durch das beinahe körperliche Spüren der Verzweiflung Jonathans draußen in der Kälte und nicht zuletzt durch eine nuancierte musikalische Untermalung (Razab Aschabov mit Gitarre und Musikauswahl).
Und trotz des nachdenklich stimmenden Themas bleibt der positive Eindruck von jungen Menschen, die den Ausweg aus verzweifelten Lagen sehr genau kennen – die Kraft und Energie gewinnen und weitergeben durch ihre künstlerische und kreative Arbeit und ihren freien Entscheidungswillen kundtun, so wie Ben betont: „Nur, weil du es kannst, heißt das noch lange nicht, dass du es auch willst.“

P-Seminar Theater: Magdalena Weiermann, Karla Fischbacher, Katharina Rupp, Luisa Eckereder, Vinzenz Stühler, Evi Hümmer, Razab Aschabov, Felix Brandelik, Christian König und OStR‘ Sylvia Grath