„Point of no return“ in den Kammerspielen

point of no return kl

Am 22. Juli kam es zum Amoklauf im Münchner Olympia-Einkaufszentrum, bei dem der 18-jährige David S. neun Menschen und sich selbst erschoss. Der Schreckensabend, an dem es von Panik- und Falschmeldungen nur so wimmelte, änderte alles, auch die Konzeption des Stücks „Point of No Return“. Yael Ronen und ihr Team ließen ab von ihrem ursprünglichen Inhalt, um sich den komplexen psychologischen Dynamiken eines jeden Einzelnen während solcher Attentate und dem Thema Terror im Allgemeinen zuzuwenden. 40 Schülerinen der Q11 wurden an diesem Abend in den Kammerspielen in München Zeuge, wie ungeheuer eindringlich und vor allem mit entlarvendem Humor gezeigt wurde, wie an dem Mehrfachmord unbeteiligte Menschen sich an diesem Abend vor allem Sorgen um das Bild machten, das sie abgeben, über die Rolle, die sie an diesem denkwürdigen Abend spielen wollten. Daraus ergab sich ein böser wahrer Abend, der es verstand, unsere Schülerinnen und Schüler zu unterhalten – und zu beschämen, indem er ihnen buchstäblich den Spiegel vorhielt. Es war Theater, das unsere Schülerinnen und Schüler moralisch sehr gefordert hat und viel Gelegenheit zur anschließenden Diskussion bot.

Volker Bockhorni