„Und jetzt: die Welt!“

Undjetzt DieWelt klTheaterbesuch des P-Seminars „Theater“ sowie der Klasse 10d im Münchner Volkstheater

Am Abend des letzten Schultags vor den Herbstferien, 28.10.2016, haben wir, das P-Seminar „Theater“ unter der Leitung von Frau Oguntke, und dieses Mal zudem die Klasse 10d uns ein weiteres Mal auf den Weg ins Münchner Volkstheater gemacht. Dieses Mal voller Vorfreude, das Theaterstück „Und jetzt: die Welt!“ von Sibylle Berg und unter der Regie von Jessica Glause besuchen zu können.

Angekommen im Volkstheater, die Eintrittskarten verteilt und schon konnten wir uns anstellen, um zur so genannten „Kleinen Bühne“ des Theaters zu gelangen. Unwissend darüber, dass die junge Frau, welche uns begrüßte und die Eintrittskarten kontrollierte, zugleich eine der drei Schauspielerinnen war, traten wir in den gemütlichen Raum, in dem gleich das Theater aufgeführt werden sollte. Beim Eintritt standen wir allerdings auf einmal selbst auf der Bühne. Hierbei sei Folgendes anzumerken: Das Münchner Volkstheater besitzt zwei Bühnen: eine große im Erdgeschoss und die kleine im 1. Stock. Anders als die große, hat die kleine Bühne jedoch keinen Zuschauersaal im klassischen Sinn, sondern an zwei Wänden des Raumes stufenartige Bänke und ganz oben eine Reihe mit Stühlen als Sitzmöglichkeit. Das konkret vorgefundene Bühnenbild sollte einen Raum in einer Wohnung darstellen, dessen zwei Wände aus weißen Plastikfolien bestanden. Der Raum war dabei das Wohn- und Arbeitszimmer zugleich. Dort stand ein Sessel und es hing eine Platte an Drahtseilen von der Decke, die ein Labor andeuten sollte. „Die“ Protagonistin, eine junge Frau, wurde von drei Darstellerinnen gleichzeitig gespielt, was auch als „Text für eine Person und mehrere Stimmen“ bezeichnet wird. Besetzt war diese Rolle mit Lenja Schultze, Karolina Horster und Lorna Ishema, welche sich mit ihren Sätzen oder Wörtern der an sich einen Figur abwechselten, um so die verschiedenen Perspektiven eines einzigen Menschen darzustellen.

SU D Theaterfahrt Gruppenfoto klDas Theaterstück „Und jetzt: die Welt!“ handelt von der Generation der heutigen jungen Erwachsenen, welche klug und gut ausgebildet sind, aber in prekären Verhältnissen leben, da sie selbst kaum beziehungsweise nicht genug Geld verdienen. Stattdessen verkaufen sie selbst gekochte Drogen im Internet, schreiben Mode-Blogs oder gehen in Fitnessstudios. Sie kommunizieren zwar kontinuierlich per SMS, Skype, Chat oder Telefon, was ihren kompletten Tag auszufüllen scheint, aber trotzdem bleibt bei ihnen das Gefühl von unendlicher Einsamkeit. Bei der jungen Protagonistin werden dabei extreme Gegensätze aus ihrem früheren und ihrem momentanen Leben gezeigt: die Zugehörigkeit zu einer brutalen Mädchengang versus friedliches Yoga, liebevolles Knutschen mit Jungs im Zeltlager versus Gender-Fragen und gewisse Sex-Projekte sowie ihre Liebe mit Männern und Frauen gleichzeitig, hochfliegende Ideale versus reiner Pragmatismus. Aufgrund ihres nun angepassten Lebensstils kommt die Hauptfigur dabei kaum mehr aus ihrer Wohnung heraus, kocht stattdessen Viagra, skyped mit ihrer Arbeitgeberin Minna, verfolgt online, was ihre Halbschwester Gemma im Internet teilt, oder telefoniert mit ihrer Mutter. Doch irgendwann kommt sie der Medienüberflutung nicht mehr hinterher: Das Telefon klingelt andauernd, Skype, Chat, Halbschwester, wieder Telefon, Chat, Skype - bis rasend schnell eines in das andere übergeht, ihr alles zu viel wird und …. dann Stille eintritt, die letztendlich fast einer befreienden Wohltat gleicht.

Ich persönlich denke, dieses Theaterstück soll - eben gerade durch das teilweise sehr Übertriebene und auch Witzige – zeigen, was aus den Menschen geworden ist, und zum Nachdenken anregen: Ist so ein Leben lebenswert? Wollen wir so leben? Wollen wir abhängig von digitalen Medien sein? Wollen wir solch eine ungewisse Zukunft vor uns haben?

Zusammenfassend kann man zu diesem Theaterbesuch behaupten, dass das literarische Stück „Und jetzt: die Welt!“ auch viele von uns zum Nachdenken angeregt hat und selbst noch auf der Rückfahrt im Zug nach Garmisch-Partenkirchen für reichlich Gespräche, Fragen und Diskussionen gesorgt hat.

(Theresia Straka, Q11, P-Seminar Theater”)

Einige weitere Eindrücke der Seminar-Teilnehmer zum Theaterstück:

„Das Theaterstück war, trotz nur drei spielender Darstellerinnen, sehr ausdrucksvoll und mitreißend. Es hat in einer besonderen Art, mit Witz und Trauer, die heutige Gesellschaft und ihr Verhalten kritisiert.“ (Marie Kewitz)

„Der etwas andere Monolog „Und jetzt: die Welt!“ ist eine gut gespielte, unterhaltsame, aber auch pessimistische Bestandsaufnahme der heutigen Welt aus der Sicht einer jungen Frau.“ (Luca Serdaroglu)

„Das Theaterstück lässt einen über die heutige Zeit nachdenken: Wie hat sich unsere Gesellschaft entwickelt und verändert, vor allem in Bezug auf die virtuelle Welt? Die Nähe zu den Schauspielern, die häufig angesetzte Musik - einfach die ganze Inszenierung hat mir super gefallen!“ (Verena Demmler)

„Das Theaterstück faszinierte in einer gelungenen, durchaus lustig-unterhaltsamen Weise, indem die heutige Jugend und die Gesellschaft als solche, deren .political correctness´ und ihre Beeinflussung durch soziale Netzwerke, wie Skype, SMS oder Telefon, kritisierend und ironisch darstellt werden. Dies wird dem Publikum sehr anschaulich und schwungvoll vermarktet.“ (Paul Thiel)

„Das Theaterstück war genau nach meinem Geschmack! Modern, mit der Zeit, aufregend, nie langweilig. Die Schauspielerinnen haben den tosenden Applaus am Ende auf jeden Fall verdient.“ (Jennifer Schauer)

„Das Theaterstück hat mir sehr gut gefallen, da wir sehr nah an den Schauspielern waren und man somit fast das Gefühl hatte, Teil des Geschehens zu sein.“ (Hannah Simon)

„Mir hat das Stück sehr gut gefallen, da man sofort einen Bezug auf das eigene Leben schließen konnte. Außerdem fand ich die Kleine Bühne des Theaters persönlicher und aufregender.“ (Berni Leismüller)

„Ich fand das Theaterstück sehr gut, da man sich durch das aktuelle Thema sehr gut mit den Schauspielerinnen identifizieren konnte. Durch den direkten Kontakt mit der Bühne und den Schauspielerinnen fühlte man sich in das Stück integriert.“ (Carina Ortlieb)

„Nachdem ich anfangs skeptisch in den Theaterbesuch gegangen bin, verließ ich den kleinen Saal nach der Vorstellung sehr überzeugt. Es wurde eine sehr persönliche und interessante Atmosphäre dargestellt, die einige gesellschaftliche Phänomene aufzeigt.“(Andreas Wiant)

„Das Theaterstück war für mich eine sehr gute, spannende und realitätsnahe Darstellung vom heutigen Tagesablauf eines Jugendlichen. Aus diesem Grund konnte man der Handlung sehr gut folgen und sie vor allem auf den eigenen Alltag beziehen. Dies ließ das Stück auf der einen Seite an manchen Stellen sehr lustig wirken, auf der anderen Seite hat es dadurch aber auch zum Nachdenken angeregt.“ (Mona Beyer)

„Das Theaterstück fand ich teilweise verwirrend und abstrakt, was einen zum Nachdenken angeregt hat, und man somit die Chance hatte, seine eigene Interpretation zum Stück zu finden.“ (Michael Oberwallner)