Fake - oder: War doch nur Spaß?

Heinze 6355kl„Habt ihr schon einmal andere Mitschüler über ein soziales Netzwerk beleidigt oder wurdet ihr selbst vielleicht schon einmal im Internet belästigt?“

Ja! Leider hat sich in den ersten beiden Stunden des 20.07.2015 heraus gestellt, dass diese Thematik den Schülern der 6. und 7. Klassen nicht fremd ist und fast schon zur medialen Alltagssituation geworden ist.

Was aus solch einer Situation werden kann, zeigte das Theaterstück „Fake – oder War doch nur Spaß?“ im Anschluss an die klasseninternen Vorgespräche mit den Klassenleitern. Aufgeführt wurde das Stück von Ensemble Radiks aus Berlin. Sehr sensibel und eindringlich zeigten die Schauspieler, wie schnell so manches Wort, Bild oder Filmsequenz im Internet steht und nicht mehr so leicht entfernt werden kann.

In dem Stück geht es um Lea, eine siebzehnjährige Schülerin, die nach Aufnahme in eine Casting-Agentur Opfer von Neid und Anfeindungen durch ihre Mitschüler wird. Sie findet sich Cybermobbing-Attacken ausgesetzt, denen sie selber kaum etwas entgegensetzen kann. Als sie erfährt, dass ihr vermeintlicher Freund Andi zu den Mobbern gehört, eskaliert die Situation und Lea sieht keinen anderen Ausweg als sich das Leben zu nehmen. Zum Glück findet ein Mitschüler sie rechtzeitig und die Täter können mithilfe der Polizei gestellt werden.

Nah an der Lebenswelt der Jugendlichen setzt sich das Theaterstück mit aktuellen Problemen, wie Cybermobbing oder Missbrauch von persönlichen Daten im Internet auseinander. Es geht dabei um Illusionen der neuen Medienwelt, Scheinfreundschaften, Datenmissbrauch und die mitunter zerstörerische Macht der sozialen Netzwerke. Die Schauspieler stellen dabei eindrucksvoll die Sprachlosigkeit des Opfers und die vermeintliche Hilflosigkeit aller anderen Beteiligten dar.

Dass die Botschaft die Schülerinnen und Schüler erreicht hatte, zeigte sich in der anschließenden ausführlich geführten Diskussion mit den Schauspielern, die die Betroffenheit aller deutlich machte.